Wiederaufnahme Tristan und Isolde (R.Wagner) – 22, 25, 30 Mai, 2026 – Anhaltisches Theater Dessau

Wiederaufnahme Tristan und Isolde (R.Wagner) – 22, 25, 30 Mai, 2026 – Anhaltisches Theater Dessau

KRITIKEN

(…) Diese Frau ist für die gegenwärtige Opernszene ein in Gold gefasster Diamant.In der ersten, auch auf DVD veröffentlichten Inszenierung von Johannes Felsenstein wurde sie vom Fachmagazin Opernwelt zur „Sängerin des Jahres“ nominiert. Nun überwältigt sie mindestens ebenbürtig, wenn nicht noch mehr: Durch eine integre Persönlichkeit, makellose Spitzenleistung und ein Leuchten von innen heraus, wie es zu Isolde im Idealfall gehört. Zum Glück ist Derilova keine exklusive Wagner-Heroine. Sie zeigt mit den mühelos gemeisterten, immensen Anforderungen, dass ein Repertoire mit viel Verdi, Puccini und früher slawischer Moderne eine ideale Basis für das sog. hochdramatische Fach sind. Sie stürzt sich mit überbordendem Furor in die Fluch-Katarakte des Beginns, schaltet von Fortissimo-Spitzentönen blitzschnell auf warm pulsierende Phrasen und verwechselt vor allem Lautstärke nicht mit echter Intensität. Das lyrische Pulsieren trägt sie nach den Klangdrogen des Liebesduetts erst recht – so werden Isoldes große Erzählung und der Liebestod zu Höhepunkten des Abends.(…)
Roland Dippel (Kunst und Technik Magazin.de)

(…)Auch die Besetzung hat Niveau. Allen voran Iordanka Derilova. Sie sang die Isolde schon unter Felsenstein und ist immer noch und immer wieder eine furiose Sängerdarstellerin, eine fulminante Isolde. Ihre Stimmkraft, ihre Kunst der Phrasierung und ihre sicheren, makellosen Spitzentöne sind beeindruckend. Ganz zu schweigen von Ihrer körperlichen Schönheit und der Souveränität ihrer Bewegungen, auch wenn sie nicht frei sind von Primadonnen-Pathos. Sie dürfte auftreten in einem strahlend blauen Kostüm Es schmeichelte ihrer Figur und ihren Callashaften Bewegungen. (…)
Dieter David Scholz (https://dieterdavidscholz.de/)