Europäische Erstaufführung – Alma von Claudio Santoro – 28.02.2026 Anhaltisches Theater Dessau
Iordanka Derilova als vom Schicksal vergewaltigte Prachtfrau
Latsos und Iordanka Derilova steigern in ihren porösen Krisenszenen sexuelle Frustration und Liebesentzug zum großartigen Frostschleudern. Derilova erscheint schon in der ersten Szene mit lila Dessous und Longdrinks als Star des Milieus. Die Gewaltszenen bestätigen nur alsbald die mit Buntheit überzuckerten Grausamkeiten. Alma ist eine riesige Partie – anstrengend weniger durch dramatische Expression als die explosiven Dauerturbulenzen der empathischen Details. Iordanka Derilova singt und agiert mit unermüdlicher Energie und verletzlicher Wildheit, auch Liebe zu dieser von Santoro aufregend erfundenen Figur. Diese psychische Extrembelastung verdichtet Iordanka Derilova wie immer mit einem warmen, persönlichkeitsstarken und schattierungsreichen Edelsopran. Das Anhaltische Theater und das Kurt Weill Fest haben also ein ganz starkes Stück – über das Kurt Weill Fest hinaus.
Roland Dippel (Concerti.de)
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In der Titelpartie freilich glänzt Iordanka Derilova in jeder körperlichen und vokalen Lage. Wer wollte ihr verübeln, dass sie nicht einen Augenblick vergessen lässt, dass es an diesem Abend um eine Frau geht, deren Schicksal sie mit ihrer großartigen Intensität präsentiert? Der Beifall am Ende würdigte eine hochrespektable Kunstanstrengung auf der Bühne und im Graben.
Joachim Lange (Die deutsche Bühne.de)
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The outstanding performance of the evening was that of Alma, characterised by Iordanka Derilova, whose magnificent spinto soprano was outstanding, equally in the most terrible moments and those few scenes in which she is happy and content. Her acting was quite outstanding as she was brutally abused and showed her hatred for those who had betrayed her.
Gregor Tassie https://seenandheard-international.com/
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Insgesamt ist die portugiesisch-sprachige Produktion eine Großtat des gesamten Dessauer Hauses und ein Triumpf für Iordanka Derilova. Sie geht gänzlich in der Titel-Partie auf, schont sich weder vokal noch darstellerisch und wird dafür am Ende zu Recht gefeiert.
Karin Coper (klassik.com)