Kritiken

Katja und der Teufel (Čert a Káča) – Die Fürstin

Oper in drei Akten.
Musik von Antonín Dvořák, Textbuch von Adolf Wenig, nach einem tschechischen Märchen, deutsche Übersetzung von Kurt Honolka
In tschechischer Sprache.

Kritiken

„… Kammersängerin Iordanka Derilova macht großen Eindruck in der kurzen, aber effektgeladenen Partie der Fürstin, überzeugt mit royaler Grandezza und imposanter Bühnenpräsenz. …“ Jochen Rüth, www.deropernfreund.de, 26.05.2019

“ … Iordanka Derilovas üppig strahlender Sopran macht noch neugieriger auf das Vorleben der Fürstin, über die Dvořák und Wenig einen Mantel des Schweigens breiten. …“ Roland H. Dippel, www.nmz.de, 03.06.2019

Manon Lescaut – Manon Lescaut von Giacomo Puccini

Aktuelle Premiere vom 5. April 2019
Anhaltisches Theater Dessau

[…] Im Schulkostüm nestelt Manon nach nur zwei Minuten persönlichem Erstkontakt beim lesenden Studenten und Gelegenheitsjobber Des Grieux an der Hemdknopfleiste. Sie hat sogar im Gefängnis perfekte Fingernägel in Pink. Kurz vor ihrem Tod durch Verdursten checkt sie ab, ob der Konsumramsch noch im Koffer ist. „Manons Schuld wird man vergessen, doch meine Liebe stirbt nicht.“ singt Iordanka Derilova mit nach flutenden Vokaleruptionen noch immer mühelos perfektem Piano. In den ersten beiden Akten macht die Bulgarin vergessen, in was für heikle Mezzo-Lagen Puccini Sopranistinnen treibt, und singt auch noch da, wo andere nur noch schreien und röcheln.

Eine großartige Leistung auch, weil Iordanka Derilova mit Lust zum Biest Manon wird und doch Sympathien für eine Frau weckt, die letztlich nur Ärger bringt. Wenn sie ihrer schwächlichen, hier keineswegs lustgreisigen Finanzspritze Geronte (untypisch belcantesk: Don Lee) den Spiegel vorhält, zeigt das animalische Grausamkeit. Manon ist selbst schuld an ihrem Schicksal. Und nebenbei macht Iordanka Derilova deutlich, wie viel Puccinis „Manon Lescaut“ und Bernsteins durchtriebene Cunegonde in „Candide“ gemeinsam haben: Das berühmte Solo von der „kalten Spitzenpracht“ ist hier das Synonym für „Glitter and be gay“.(…) Denn dieses orchestrale Fundament ermöglicht Iordanka Derilova bis zum bitteren Schluss eine brennende Intensität. Als Manon ist sie immer beides gleichzeitig: Großes Luder und Liebende ohne Moral. Dafür hagelt es am Ende langen, begeisterten Applaus.Mit Iordanka Derilova, Ray M. Wade, Jr. und unter GMD Markus L. Frank wurde die Premiere der nur selten so differenziert musizierten Knall-Partitur zum großen Abend.[…]                                                        

(kunst-technik.moritzpresse.de, Roland H Dippel)

[…] Wenn die im Dramatischen bewährte Dessauer Primadonna Iordanka Derilova als junge, fürs Kloster vorgesehene Manon die junge Göre mit Zöpfen gibt und Ray M. Wade, Jr. das Standbild eines Renato Des Grieux daneben stellt, dann ist das vor allem ein vokales Ereignis. Derilova ist in ihrem Element, hat die Höhen, trifft den Ton und auch Wade ist ein Tenor aus der Klasse der ungefährdeten vokalen Höhenturner. […]

(NMZ,Joahim Lange)